Burg Lichtenstein

Die Burg Lichtenstein

Die Burgruine Lichtenstein wird geprägt von der weithin sichtbaren, an die äusserste Kante der jäh abfallenden Felswand gesetzten Hauptfassade. Die erhaltene Silhouette erinnert an eine liegende Katze mit aufgestellten Ohren, daher rührt die im Volksmund gängige Bezeichnung „Katzenburg“.
Auf Grund der natürlichen Topographie ist der Burgplatz schmal und langgezogen. Gegen den Calanda wurde die Umfassung stützmauerartig in den abschüssigen Hang gebaut. Durch den dahinter liegenden Sattel führte einst der alte linksrheinische Verbindungsweg von Tamins über Haldenstein nach Untervaz.
Der stetige Zerfall der Ruine Lichtenstein lässt sich aus historischen Abbildungen verfolgen. Die Stuckdarstellung von 1780 aus dem Festsaal des Schlosses zeigt neben dem noch heute vorhandenen Turm  im Nordosten einen ebenso hohen Gebäudeteil im Südwesten. Die Hofmauer im Nordosten weist noch intakte Zinnen auf.

Der Stahlstich der Ruine Haldenstein von 1830 zeigt im Hintergrund noch hoch aufstehende Ruinenmauern von Lichtenstein. Der Zerfall der Ruine Lichtenstein scheint innerhalb der letzten  zwei Jahrhunderte schubweise und ziemlich rasch vor sich gegangen zu sein. Denkbar wäre auch, dass die Ruinen zur Gewinnung von Steinen ausgebeutet wurden. Positiv ist zu vermerken, dass mit einer bescheidenen Reparatur am Eingangstor der weitere Zerfall verhindert werden konnte. Dies ist übrigens die einzige neuzeitliche Flickstelle an den Haldensteiner Ruinen.

Das von unten gesehen linke Ohr der „Katzenburg“ ist heute in einem bedenklichen Zustand. Dieser hoch aufstehende Eckverband ist stark ausgewittert und droht in absehbarer Zeit zu verstürzen. Hier sollte eine partielle Notsicherung in Betracht gezogen werden. Nachhaltiger wäre natürlich eine durchgehende Sicherung der Mauerkronen der Hauptfassade.

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