Notice: Undefined index: HTTP_ACCEPT_LANGUAGE in /var/www/shared/web4656/htdocs/class/functions.php on line 107

Notice: Undefined index: HTTP_ACCEPT_LANGUAGE in /var/www/shared/web4656/htdocs/class/functions.php on line 107

Notice: Undefined index: HTTP_ACCEPT_LANGUAGE in /var/www/shared/web4656/htdocs/class/functions.php on line 107
Burgenverein Haldenstein
Burgruine Haldenstein

Die Burgruine Haldenstein

Film mit freundlicher Genehmigung von www.flugbock.com

Die Burgruine Haldenstein steht auf einem riesigen Block aus grauem Kalkstein. Dieser löste sich nach der letzten Eiszeit von der grossen Felswand des Calanda, donnerte talwärts und blieb auf dem Hangschutt stecken. Die ausgeprägte Schieferung des Findlings verläuft nahezu senkrecht. Der Felsblock dürfte bereits beim Aufprall in verschiedene Teilstücke gespalten sein. Dies wurde jedoch von den späteren Erbauern der Burg kaum erkannt. Diese bauten die Burganlage kühn auf den ringsum sturmfreien Felsblock. Auf der höchsten Stelle wurde der im Grundriss dreieckige Turm aufgesetzt. An dessen Ostseite schliesst auf steil abfallender Felsoberfläche der Wohnbau (Palas) an, dessen Süd- und Ostteil heute fehlen. Ursprünglich wiesen der Turm und der Wohnbau drei Geschosse auf. In späteren Umbauphasen wurden der Turm und der Wohnbau um zwei Geschosse aufgestockt. Die ursprüngliche Wehranlage entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einem feudalen Schloss. Die Anlage auf dem Stein hat den Schwabenkrieg (1499) und auch die Bündner Wirren während des 30-jährigen Krieges (1603-1633) schadlos überstanden. Schliesslich wurde die Schlossanlage 1769 durch ein Erdbeben zum Einsturz gebracht.

Der Chronist Rudolf von Salis-Haldenstein beschrieb zwischen 1770 und 1780 in seiner Haldensteiner Chronik: „ Den 23./24. Dezember 1769 fiel die vordere Seite des Schlossgebäudes ein. Die Herren von Schauenstein haben es zu gewissen Zeiten noch bewohnt. In den vortrefflichen Kellern hatten sie kostbaren Wein gelagert. Vor kurzer Zeit sah man noch ganze Zimmer mit guten Kachelöfen, eine schöne Bibliothek, Kisten und Kästen, Harnische, Doppelhaken und andere Schiessgewehre. Im Dachraum war eine Handmühle und eine Gerstenstampfe. Der Turm hatte Gefängnisse, Folterkammern und Gemächer. In einer getäferten Stube befand sich an der Wand das Haldensteiner Wappen, ein schwarzes Horn im weissen Feld zierlich geschnitten. Auch das Wappen der Freiherren von Schauenstein war dort angebracht.“  Rudolf von Salis, der Bruder des von 1774 bis 1803 regierenden Johann Luzius II, muss das Schloss aus eigener Anschauung gekannt haben.

In der Chronik des Schweizerischen Erdbebendienstes ist unter 1769 in Haldenstein ein Erdbeben der Stärke 5 (= deutlich wahrnehmbar, Risse im Verputz, Gegenstände können herunterfallen) verzeichnet. 1771 stürzten weitere Teile der Burg ab. Dieser Zustand ist auf der Stuckabbildung von 1780 im Festsaal des Schlosses festgehalten. Ein weiteres Erdbeben fand in der Nacht vom 26. auf den 27. August 1787 statt. „Wahrscheinlich sei, obgleich erst 2 Tage hernach, der Einsturz eines grossen Stücks alten Gemäuers von dem alten Bergschloss Haldenstein eine Folge davon gewesen.“

Die geologischen Voruntersuchungen von 1998 haben ergeben, dass der Felsblock, auf welchem die Ruinen der Burg Haldenstein stehen, in sich stabil ist. An der Südseite, wo die etappenweisen Abbrüche erfolgten, zeigt sich auf der Felsoberfläche ein deutlicher Riss. Dieser verläuft in Ost-Westrichtung, der abgespaltene Südteil lehnt sich an den Hauptblock an. Die verbliebenen Ruinenmauern stehen alle auf dem stabilen Hauptblock

1896 wurde die Burgruine Haldenstein erstmals durch H.W. Bröckelmann zeichnerisch aufgenommen. Auch diese zeigen die heute noch bestehende Ruinenform.

Die Ruinenmauern sind in einem bedenklichen Zustand

Seit dem etappenweisen Versturz der Burg Haldenstein in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts sind die hoch aufstehenden Ruinenmauern völlig der Witterung ausgesetzt. Es sind vor allem die ungeschützten Mauerkronen, die sich allmählich durch das Auswittern des Mörtels auflösen.
Über dem im Grundriss dreieckigen Turm blieben die Steinplatten des gegen die Bergseite geneigten Pultdaches auf den Mauerkronen liegen. Die Steinplatten haben auch nach dem Zerfall des Daches die Mauerkronen vor Witterungseinflüssen geschützt.
Weiter fortgeschritten ist die allmähliche Auflösung der Mauerkronen über der Nordseite der Ruine Haldenstein. An dieser Seite erkennt man östlich des Turmes einen nachträglich vermauerten Zinnenkranz. Dieser bildete einst den oberen Abschluss des Palas.

Ähnlich dramatisch ist der Zustand der Mauerkronen über der Ostseite der Ruine Haldenstein. Zwei einzelne Steinplatten dokumentieren noch die jüngste Dachform über diesem Bauteil. Dazu kommt der bedrohliche Überhang an der östlichen Abrissstelle. An diesem sind seit längerem Risse zu beobachten. Diese sind das untrügliche Anzeichen dafür, dass ein Mauerabsturz gelegentlich stattfinden kann.
Ein weiteres Problem stellen die an der Innenseite erhaltenen Verputze dar. Diese dokumentieren die innere Raumteilung im Palas. Zur Sicherung dieser sind restauratorische Massnahmen notwendig. An einem Fenster im obersten Geschoss des Palas ist zudem das innere Sturzbrett eingebrochen. Auch hier bahnt sich ein partieller Substanzverlust an.

Die Ruinen der Burg Haldenstein können nur mit einer Gesamtsanierung gesichert werden. Ein derartiges Projekt braucht eine vorangehende Planungsphase. So sollte im Voraus die gewünschte Zugänglichkeit der Ruine geklärt werden: Soll wie bis anhin die Begehung des Burgfelsens den Mutigen und Schwindelfreien vorbehalten bleiben, oder will man die restaurierte Burganlage für Jedermann zugänglich gestalten. Beim Turm stellt sich die Frage, ob eine Rekonstruktion des Steinplattendaches nicht die nachhaltigere Lösung wäre. Rekonstruiert man das Dach des Turmes, wäre auch eine Wiederherstellung der inneren Geschossteilung zu prüfen.

Die Sicherungsarbeiten an den hoch aufstehenden Ruinenmauern bedingen aufwändige Gerüstungen. Für eine Gesamtsanierung sollten daher 2 Jahresetappen vorgesehen werden.
Website by Deep AG